Der neue Chef der ägyptischen Übergangsregierung, Hasim al-Beblawi, hat mit seinem Versöhnungsangebot an die Muslimbrüder das richtige politische Zeichen gesetzt. Auch wenn diese das Angebot zur Beteiligung an der Übergangsregierung zunächst ausgeschlagen haben, ist der Versuch, alle gesellschaftlichen Kräfte des Landes einzubeziehen, vernünftig. Der ambitionierte Zeitplan, der eine neue Verfassung und demokratische Wahlen vorsieht, hat aber nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen. Vorrang muss jetzt ein Ende der Gewalt und ein rasches Ende der Einflussnahme des Militärs auf den politischen Prozess haben, erklärt Gernot Erler.