Rund 1000 Gäste waren am Mittwochabend ins Reichstagsgebäude gekommen, um am traditionellen Frühjahrsempfang der SPD-Bundestagsfraktion teilzunehmen. Der Abend stand unter dem Motto „Zukunft Europa(s)“. Gastgeber Thomas Oppermann bekräftigte, dass die Sozialdemokraten von jeher „leidenschaftliche und überzeugte Europäer“ seien – sich aber Sorgen machten. Denn: „Das europäische Haus hat Risse.“ Das Fundament stehe zwar, zurücklehnen sei aber nicht angesagt. Oppermann: „Es gibt Zeichen der Hoffnung“. Wenn es gelinge, die zentralen sozialen und ökonomischen Probleme Europas zu lösen, und wenn wir die EU zu einer politischen Union weiterentwickeln, dann können wir ein wirklich geeintes, solidarisches Europa schaffen“. Das wäre ein Europa, in dem „alle Bürgerinnen und Bürger in Freiheit, Sicherheit und Wohlstand leben können“.

Darauf machte auch der Ehrengast des Abends aufmerksam: der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault. Er erklärte in fließendem Deutsch, dass sein Präsident, Francois Hollande, die Äußerung, Ayrault sei „ein Sozialdemokrat deutscher Prägung“, als Kompliment gemeint habe. Für Ayrault ist die Verbindung von Europas Ländern vor allem „jene Energie, die wir aus den Traumata der Kriege gewonnen haben: ein Europa des Friedens schaffen“. Weltweit sei die Europäische Union ein „einzigartiges Modell“. Daraus erwachse die Verpflichtung, dass sich Europa hinter seine Werte stelle. Ayrault: „Europa ist nicht das Problem, sondern die Lösung!“

Im Anschluss moderierte die Journalistin Angela Elis eine kurze Talkrunde mit Thomas Oppermann, Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Jean-Marc Ayrault. Danach wurden unter der Laudatio der Schauspielerin und Sängerin Jasmin Tabatabai die Preisträgerinnen und Preisträger des diesjährigen „Otto-Wels-Preises für Demokratie“ geehrt. Das sind junge Menschen, die sich kreativ mit der europäischen Idee befasst haben. Hier geht es zum Bericht über die Preisverleihung.

Alexander Linden