Glücksspiel im Suchtstadium ist gekennzeichnet durch Kontrollverlust, exzessives Spielen und Geldbeschaffung, Persönlichkeitsveränderung, Straftaten, Schuldgefühle und sozialen Abstieg - oft auch für die Familie der Betroffenen. Laut dem Endbericht zum Projekt „Pathologisches Glücksspielen und Epidemiologie“ (PAGE) gibt es in Deutschland hochgerechnet rund 500 000 pathologische Glücksspieler und rund 800 000 problematische Spieler.
Rede der Drogenbeauftragten der SPD-Bundestagsfraktion Angelika Graf MdB
Maßnahmen zur Suchtprävention im Bereich der Geldspielautomaten
Die SPD-Bundestagsfraktion will das Spiel an Geldspielautomaten entschärfen und entschleunigen. Die möglichen Maximalgewinne und -verluste pro Automat und Stunde sollen deutlich sinken. Suchtfördernde Funktionen, wie das Punktespiel und Autostarttasten, sollen verboten werden. Die verpflichtende Information über reale Gewinnchancen soll Transparenz schaffen.
Geldspielautomaten sollen wieder stärker Unterhaltungsgeräte werden. Den Kommunen soll durch eine Änderung der Baunutzungsverordnung eine wirksame städteplanerische Einflussnahme auf die Standorte von Spielhallen ermöglicht werden. Die Prävention von Glücksspielsucht will die SPD durch ein mehrstufiges Frühwarnsystem stärken. Dieses soll die Betreiber mit in die Verantwortung nehmen und abgestufte Spielerschutzmaßnahmen von der Spielerinformation bis zur Spielersperre beinhalten. Das bestehende Sperrsystem der Länder mit den Möglichkeiten der Selbst- und Fremdsperre für Süchtige soll um den Bereich der Geldspielautomaten erweitert werden. Grundlage für das Frühwarnsystem soll ein verpflichtendes Identifikationssystem für Geldspielautomaten sein, das auch die Einhaltung des Jugendschutzes verbessert. Ein neuer, bei der Drogenbeauftragten der Bundesregierung angesiedelter Beirat soll dieses Identifikationssystem entwickeln und dabei das Modell der laufend nummerierten Spielerkarte prüfen.
Freiwillige Selbstverpflichtungen und Chipkarte lehnt SPD ab
Scheinlösungen, wie freiwillige Selbstverpflichtungen oder eine Chipkarte lehnen wir ab. Eine Chipkarte würde mit der suchtverschärfenden Geldkartenfunktion und der Möglichkeit des "Player-Trackings" also dem Ausspionieren der Spieler als Grundlage für suchtverschärfende Spielmanipulationen - die Probleme sogar noch vergrößern.