Wer arbeitet, Kinder großzieht und jeden Monat rechnen muss, braucht mehr finanziellen Spielraum. Dafür setzt sich die SPD-Bundestagsfraktion mit der Einkommensteuerreform 2027 ein. Am 8. Oktober hat der Bundestag den Gesetzentwurf erstmals beraten.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil betonte in der Debatte, die Reform setze „im Rahmen des Möglichen die richtigen Schwerpunkte“. Kleine und mittlere Einkommen würden entlastet. Als Beispiel nannte er eine Familie mit zwei Kindern und zwei mittleren Einkommen, die durch die Reform 600 Euro im Jahr mehr haben könne.

Vorgesehen sind höhere Grund- und Kinderfreibeträge, ein höheres Kindergeld und ein angehobener Arbeitnehmerpauschbetrag. Damit sollen Beschäftigte mehr von ihrem Einkommen behalten und Familien im Alltag entlastet werden.

Zu einer gerechten Steuerpolitik gehört auch, dass sehr hohe Einkommen stärker Verantwortung übernehmen. Dafür sieht der Entwurf Anpassungen bei der Reichensteuer und einen zusätzlichen Superreichensteuersatz vor. Klingbeils Bewertung: „Das ist fair.“

Der SPD-Finanzpolitiker Parsa Marvi hob die höheren Freibeträge und das steigende Kindergeld hervor. Zugleich betonte er, dass Entlastungen seriös gegenfinanziert werden müssen. Weitere Verbesserungen für Familien müssten diesen Anspruch ebenfalls erfüllen.

Der Gesetzentwurf setzt die Vereinbarungen des Koalitionsausschusses vom Juli 2026 um. Nach der ersten Lesung wird er nun unter Federführung des Finanzausschusses weiter beraten. Für die SPD-Bundestagsfraktion ist entscheidend: Die Entlastungen müssen bei Beschäftigten und Familien spürbar ankommen. Kleine und mittlere Einkommen brauchen mehr Spielraum – für den Alltag und für ihre Zukunft.