Die Steuer auf Tickets soll Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble eine Milliarde Euro pro Jahr in die Kassen spülen. Dafür sollen künftig Flüge von deutschen Airports je nach Länge der Flugstrecke mit einer Steuer von 13 oder 26 Euro belegt werden. Dabei ist nach Einschätzung der Expertinnen und Experten zu erwarten, dass die im nationalen Alleingang vorgesehene Einführung einer rein fiskalisch begründeten Luftverkehrssteuer nicht zu den erhofften Mehreinnahmen führen wird.

Deutschland ist als Exportweltmeister auf ein gut funktionierendes Luftverkehrssystem angewiesen. Die jetzigen Pläne für eine Luftverkehrssteuer lassen befürchten, dass die Passagiere reihenweise zu Flughäfen im benachbarten Ausland abwanderten und Verkehre verlagert werden. Es ist zu vermuten, dass eine nationale Insellösung zu massiven Wettbewerbsverzerrungen auf dem europäischen Markt führen wird. Die ökonomischen und ökologischen Herausforderungen des Luftverkehrs bedürfen einer politischen Steuerung, die beide Bereiche berücksichtigt.

Öffentliches Expertenfachgespräch am 15. Juli 2010 in Berlin – „Folgen einer nationalen Luftverkehrssteuer für den Standort Deutschland“:

Eingangsstatements:

Ralf Teckentrup
Präsident, BDF Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften

Dr. Michael Kerkloh
Vorsitzender der Geschäftsführung und Arbeitsdirektor, Flughafen München GmbH
Mitglied des Präsidiums, ADV Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen

Statements der geladenen Experten:  

Christoph Blume
Sprecher der Geschäftsführung, Flughafen Düsseldorf GmbH

Karl-Ulrich Garnadt
Mitglied des Passagevorstandes, Deutsche Lufthansa AG

Joachim Hunold
Chief Exekutive Officer, Air Berlin Plc.

Prof. Dr. Richard Klophaus
Fachhochschule Worms, Competence Center Aviation Management (CCAM)

Erhard Ott
Mitglied des Bundesvorstandes, Gewerkschaft ver.di