„In unserem Dialogbeitrag zum Grünbuchprozess des Bundesarbeitsministeriums für Arbeit und Soziales betonen wir, dass die (digitale) Zukunft der Arbeit mehr Chancen als Risiken bietet – vorausgesetzt, sie wird richtig gestaltet“, erklärte die arbeits- und sozialpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Katja Mast. Die Aufgabe der SPD-Fraktion bestehe darin, zukünftig dafür zu sorgen, dass der Mensch bei all diesen Veränderungen nicht auf der Strecke bleibe.
Dazu gehört vor allem, die Fort- und Weiterbildung auszubauen und zu stärken, damit möglichst viele Menschen beruflich mithalten können. Der Debattenbeitrag der SPD-Fraktion betont deshalb, dass die Bundesagentur für Arbeit in einem ersten Schritt zu einer Bundesagentur für Arbeit und Qualifizierung weiter zu entwickeln ist. Dabei soll zunächst ein großer Schwerpunkt bei der Bildung und Weiterbildung im Erwerbsleben gesetzt werden. Als Zukunftsmodell will die SPD-Fraktion eine Arbeitsversicherung, die auch durch Tarifvereinbarungen ergänzt werden kann. „Die Arbeitsversicherung soll stärker proaktiv und lebensbegleitend Weiterbildung und Qualifizierung fördern, damit die Beschäftigten selbstbestimmt ihre beruflichen Ziele verwirklichen können“, sagte Mast.
Notwendig ist aus Sicht der SPD-Fraktion auch, dass die betriebliche Mitbestimmung in einer digitalisierten Arbeitswelt erhalten bleibt. Dieser zentralen Zukunftsaufgabe müssen sich die Gewerkschaften als Tarifpartei und die Betriebsräte in den Betrieben vor Ort ebenso wie die Arbeitgeber stellen. Klar ist für die Fraktion, dass dazu der gesetzliche Rahmen weiterzuentwickeln ist, damit die Gewerkschaften die Beschäftigten effektiv vertreten und weiterhin auf Augenhöhe mit den Arbeitgebern verhandeln können.
Weitere Anpassungen des Arbeits- und des Sozialrechts an die Erfordernisse einer digitalisierten Arbeitswelt seien ebenso notwendig, heißt es im Positionspapier. Es gehe insbesondere um die Absicherung der Lebensrisiken Arbeitslosigkeit, Krankheit, Pflege und fehlende oder unzureichende Altersvorsorge. „Arbeitsversicherung, Bürgerversicherung und Erwerbstätigenversicherung sind die Stichworte für neue Ansätze – das neue Fundament sozialer Sicherheit“, betonte Katja Mast.