Die aktuelle Kostenkalkulation der Deutsche Bahn AG für das Bauvorhaben „Stuttgart 21“ beläuft sich auf 4,088 Milliarden Euro; dabei liegen die Gesamtkosten der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm bei rund 2,89 Milliarden Euro. Die Kostensteigerungen von 865 Millionen Euro setzen sich laut DB AG zusammen aus Preissteigerungen, die sich seit 2004 ergeben haben, darunter Mehrkosten für den Tunnelbau, den Bahnkörper und den Erdbau wie Dämme und Kabeltiefbau. Das Land beteiligt sich ab 2010 mit einem nicht zurückzahlbaren Baukostenzuschuss von 950 Millionen Euro an der Neubaustrecke, um eine frühere Realisierung zu ermöglichen. Der Bund übernimmt für die Neubaustrecke ab 2016 die Gesamtfinanzierung.
Desweiteren übernimmt der Bund mit 536,8 Millionen Euro aus Mitteln des Bedarfsplans für das Projekt „Stuttgart 21“ den Anteil, der für die Einbindung der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm im Knoten Stuttgart auch ohne Verwirklichung von „Stuttgart 21“ erforderlich wäre. Über den genannten Betrag hinaus übernimmt der Bund keine Kostensteigerungen. Für „Stuttgart 21“ sind darüber hinaus von Seiten des Bundes folgende Finanzierungsbeiträge vorgesehen: 197 Millionen Euro gemäß Paragraph 8 Absatz 2 des Bundesschienenwegeausbaugesetz für den Nahverkehr, ca. 168 Millionen Euro aus dem GVFG-Bundesprogramm, 300 Millionen Euro aus dem Infrastrukturbeitrag für das Bestandsnetz im Rahmen der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung.
Wir fordern von der Bundesregierung, den Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung des Bundestages über die Ergebnisse der derzeit mit der DB AG geführten Gespräche zur Finanzplanung umgehend und umfassend zu informieren.