Im Unterschied zu den teilweise widersprüchlichen Aussagen seitens der Koalitionsfraktionen und der Bundesregierung bezieht die SPD-Fraktion in einem Antrag (Drs. 17/12182) klar und eindeutig Position zum bevorstehenden EU-Beitritt der Republik Kroatien als 28. Mitglied der Europäischen Union. Kroatien wird damit das zweite Land nach Kroatien als ehemalige jugoslawische Teilrepublik sein, das Mitglied der Europäschen Union wird.
Die SPD-Fraktion unterstützt den geplanten EU-Beitritt der Republik Kroatien zum 1. Juli 2013. Sie begrüßt das neue Verfahren der EU-Kommission, in zukünftigen Beitrittsverhandlungen die Bereiche „Justiz und Grundrechte“ sowie „Justiz, Freiheit und Sicherheit“ zu einem möglichst frühen Zeitpunkt zu behandeln. Die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten fordern die Bundesregierung auf, den Auf- und Ausbau tragfähiger zivilgesellschaftlicher Strukturen in der Region zu unterstützen. Der Versöhnungsprozess zwischen den Ländern des Westbalkans ist zu fördern und Initiativen zur regionalen Kooperation sind weiter zu stärken. Die SPD-Fraktion spricht sich für eine Beitrittsperspektive für die Staaten des Westbalkans aus. Die hat eine positive Dynamik in den Ländern in Gang gesetzt, die nicht gebremst werden darf. Eine strenge Kontrolle der Beitrittsbedingungen und die Einhaltung der Beitrittskriterien von Kopenhagen sind nach Auffassung der Sozialdemokraten von herausragender Bedeutung für die Glaubwürdigkeit der EU nach innen wie nach außen sowie für die Akzeptanz der EU-Erweiterung in der Bevölkerung.