Am 28. Januar 2026 fand die öffentliche Gedenkstunde des Deutschen Bundestags für die Opfer des Nationalsozialismus statt. Zentrale Gedenkrednerin war die Holocaust-Überlebende Tova Friedman. 1938 nahe Danzig geboren, überlebte sie als Kind das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Heute setzt sie sich für die Weitergabe von Erinnerungen an jüngere Generationen ein. Mit ihrem Enkel Aron betreibt Friedman einen TikTok-Kanal, um die Erinnerung an die Shoah bei Jugendlichen wachzuhalten.
Der SPD-Abgeordnete Holger Mann, stellvertretender Sprecher für Kultur und Medien, sagt dazu: „Mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs steht unsere Erinnerungskultur vor fundamentalen Herausforderungen.“ Die Zahl der Zeitzeug:innen gehe stetig zurück – Tova Friedman zeige, wie Erinnerung auch junge Menschen erreichen kann.
Die Gedenkstunde unterstreicht die bleibende Verantwortung Deutschlands für Erinnerung, Aufarbeitung und den aktiven Einsatz gegen Antisemitismus, Rassismus und jede Form menschenfeindlicher Ideologien. Die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen bleibt untrennbar mit dem Anspruch verbunden, Demokratie, Menschenwürde und Rechtsstaat entschlossen zu verteidigen.
Angesichts schwindender Zeitzeugen, wachsender Bedrohungen durch Hass und Desinformation sowie neuer digitaler Möglichkeiten steht die Erinnerungskultur vor einem Wandel. Mit einer neuen Gedenkstättenkonzeption setzt der Deutsche Bundestag ein klares Zeichen für eine zukunftsfähige, geschützte und lebendige Erinnerung.