„Das EU-Parlament hat bestätigt, dass Begriffe wie ‚Veggie-Burger‘ oder ‚Veggie-Wurst‘ auch künftig zulässig bleiben. Das ist richtig. Das gleichzeitig beschlossene Verbot für Fleischbezeichnungen wie ‚Veggie-Speck‘ oder ‚Veggie-Hühnchen‘ ist hingegen falsch und wird Verbraucherinnen und Verbraucher verwirren.
Die Verbraucherinnen und Verbraucher brauchen keinen politisch-ideologischen Nachhilfeunterricht. Jeder weiß, dass ein als vegetarisch oder vegan gekennzeichneter Burger kein Fleischprodukt ist, sondern ein pflanzliches Burger-Patty. Und auch unter ‚Veggie-Speck‘ kann sich jeder etwas vorstellen. Die Behauptung, Menschen würden dadurch in die Irre geführt, ist politisch konstruiert.
Noch wichtiger ist jedoch die Erkenntnis, wie absurd diese Debatte von Anfang an war. Während Europa vor großen Herausforderungen bei Wirtschaft, Sicherheit und auch in der Landwirtschafts- und Ernährungspolitik steht, haben konservative Politikerinnen und Politiker monatelang einen Streit über Produktbezeichnungen angezettelt.
Diese Diskussion ist ein Paradebeispiel für Symbolpolitik und kulturkämpferische Identitätspolitik. Statt reale Probleme zu lösen, wurde ein Scheinkonflikt konstruiert, der weder Verbraucherinnen und Verbrauchern noch Landwirtinnen und Landwirten oder Unternehmen geholfen hat.
Die Entscheidung beendet hoffentlich eine Debatte, die viel politische Energie verschwendet hat. Europa hat wichtigere Aufgaben, als über die Bezeichnung eines Veggie-Burgers zu streiten."