Stefan Rebmann, stellvertretender Sprecher der AG Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Krankheiten, die durch Insekten oder andere Tiere übertragen werden, bedrohen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. Weltweit wird jede sechste Erkrankung durch den Kontakt mit infizierten Tieren übertragen. Besonders betroffen sind die ärmsten Regionen der Welt.
„Viren, Bakterien und Parasiten, die von Insekten aber auch anderen Tieren verbreitet werden, sind eine der häufigsten Ursachen von schweren und tödlichen Erkrankungen in der Welt. Allein an Malaria, der wohl bekanntesten Krankheit, die durch Moskitos übertragen wird, sterben jährlich über 600.000 Menschen, 200 Millionen stecken sich an. Gegen viele dieser Krankheiten gibt es noch keine Impfung, oft auch keine wirksame Behandlung. Der diesjährige Weltgesundheitstag der Weltgesundheitsorganisation WHO am 7. April steht im Zeichen dieser vermeidbaren Erkrankungen.
Neben den gesundheitlichen Folgen stehen die Menschen in Entwicklungsländern vor weiteren Folgen von Erkrankungen: Produktivität geht verloren; Stigmata sind oft eine weitere Folge von Krankheiten, die zu verhindern gewesen wären. Diese teils mit enormen Kosten verbundenen Folgen könnten verhindert werden. Entwicklungszusammenarbeit muss deshalb heute ganz besonders auf präventive Gesundheitspolitik in den Partnerländern setzen.
Der Weltgesundheitstag ist deshalb auch eine Erinnerung daran, dass unser Einsatz in den Partnerländern weiterhin benötigt wird. Denn insbesondere Gesundheitsmaßnahmen kommen gerade den Ärmsten zugute. Arbeitsausfälle durch lange und schwere Krankheit treffen diese Menschen besonders hart.
In der Vergangenheit waren diese Krankheiten regional beschränkt. Klimaerwärmung, der Zuwachs im internationalen Handel und Tourismus sorgen dafür, dass auch Europa potentiell bedroht ist. Der Hauptüberträger des gefährlichen Dengue-Fiebers, an dem jedes Jahr 100 Millionen Menschen erkranken, hat seinen Lebensraum bereits auf 20 europäische Länder ausgeweitet.
Im 21. Jahrhundert sollte niemand mehr am Stich eines Moskitos sterben müssen. Es wird Zeit, dass wir das Realität werden lassen – weltweit.“