"Der Bericht über die Praktiken bei Aldi zeigt, wie dringend es ist, den Datenschutz für Arbeitnehmer zu verbessern. Nach den Datenschutzskandalen bei Lidl, Bahn und Telekom hat es die Bundesregierung versäumt, den Beschäftigtendatenschutz zu stärken. Im Gegenteil, das was Schwarz-Gelb bisher in der parlamentarischen Beratung vorgelegt hat, ist ein Arbeitgeberschutzgesetz. Die Koalition will eine weitreichende Überwachung ermöglichen. Arbeitnehmer könnten dann ununterbrochen per Video überwacht werden, wenn der Arbeitgeber dies für die Qualitätskontrolle für erforderlich hält. Auch private Telefongespräche und E-Mails sollen nachträglich ausgewertet werden können. Das ist der eigentliche Skandal.

Der Fall zeigt aber auch: Es erfordert von den Betroffenen großen Mut, wenn sie auf kriminelle Methoden im Unternehmen hinweisen und sich weigern, illegale Praktiken durchzuführen - geschweige denn sie öffentlich machen. Wir haben immer gefordert, eine unabhängige Stelle für solche Hinweisgeber einzurichten und die Whistleblower vor arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu schützen. Schwarz-Gelb verweigert sich auch hier - ausbaden müssen das die Beschäftigten", erklärte SPD-Fraktionsvizin Christine Lambrecht.