Seit fast 30 Jahren ist Beier selbständiger Metzger. Sein Unternehmen Dürr & Beier liegt zwischen Pforzheim und Karlsruhe in Remchingen-Nöttingen. Insgesamt beschäftigt er dort 28 Mitarbeiter und Auszubildende.
In Beiers Unternehmen wird noch geschlachtet, und zwar auch für andere Betriebe, die ihre Produkte dann selbst vermarkten. Er setzt auf das traditionelle Fleischerhandwerk und auf Bio-Produkte, die er auch in seinem eigenen Ladengeschäft verkauft und beim Partyservice serviert.
Andreas Beier befürwortet, dass der Mindestlohn in Deutschland eingeführt worden ist. Auch im Fleischerhandwerk müssen seit 1. Januar 2015 mindestens 8,50 Euro pro Stunde bezahlt werden. „Von mir aus könnten das auch 10 Euro pro Stunde sein“, sagt Beier. Ihm ist wichtig, dass die Beschäftigten ordentlich bezahlt werden. Und das fängt für Beier bereits bei den Auszubildenden an. „Ich habe vor zwei Jahren im Verband durchgesetzt, dass die Auszubildenden im dritten Lehrjahr im Verkauf und als Fleischer 1000 Euro brutto verdienen“ berichtet er. Damit habe er sich nicht überall Freunde gemacht.
Für Beier ist es auch in Ordnung, dass die Arbeitszeit seiner Beschäftigten zu dokumentieren ist. Seiner Meinung nach sollte jedoch für jede neue Dokumentationsaufgabe geprüft werden, was an bestehender Administration im Gegenzug dafür gestrichen werden kann. Er begrüßt es sehr, dass Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) bei der Aufzeichnungspflicht für dauerhaft beschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Grenze auf 2000 Euro abgesenkt hat. Das entlaste nach Beiers Meinung vor allem kleinere Betriebe mit vier bis fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Anja Linnekugel