"Das Heinz Fromm als verantwortungsbewusster und erfolgreicher Chef einer der wichtigsten Sicherheitsbehörden Deutschlands jetzt Verantwortung übernimmt, spricht für ihn und sein Pflichtbewusstsein. Damit darf aber die Aufarbeitung der Fehler und des Versagens bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus nicht beendet werden. Ein Personalwechsel allein bringt noch nicht die erforderlichen Reformen an Haupt und Gliedern. In allen Sicherheitsbehörden in Bund und Ländern ist eine andere Ausbildung, Haltung und ein anderes Bewusstsein für die Gefährdung durch den Rechtsextremismus gefordert. Das ausgerechnet wenige Tage nach Bekanntwerden der NSU-Untaten die Sensibilität bei der Speicherung von Akten fehlt, zeugt nicht nur vom Versagen des verantwortlichen Referatsleiters, sondern verweist auf größere Defizite. Jetzt ist der Ball bei der Bundesregierung. Der Innenminister muss jetzt entschieden aufklären. Es war ein Fehler des damaligen Innenministers Schäuble, die Abteilungen für den Rechts- und den Linksextremismus im Bundesamt für Verfassungsschutz zusammen zu legen. Die Kanzlerin muss nun endlich die Wichtigkeit des Themas Innere Sicherheit erkennen."