Schäubles Aufenthalt in Griechenland muss endlich Klarheit bringen. Allein die heutigen Berichte über eine neue angebliche Finanzierungslücke und die darauf unmittelbar folgenden Dementi machen klar, dass noch längst nicht alle Fakten auf dem Tisch liegen.
Jetzt muss die Politik liefern. Das gilt für alle Beteiligten: Die Politik in Griechenland selbst muss ihre sehr weitgehenden und oft schmerzhaften Hausaufgaben machen; der griechische Staat und die griechische Wirtschaft müssen ein völlig neues Aussehen erhalten. Dazu zählt auch, dass Griechenland endlich belastbare Zahlen auf den Tisch legt und sich an die aus diesen Zahlen ergebenden Verpflichtungen hält. Das ist die Bringschuld Griechenlands.
Aber dazu gehört eben auch die Verpflichtung der Regierung Merkel diese Zahlen entgegennehmen zu wollen. Die deutsche Regierung muss endlich ihre kurzsichtige Fixierung und ihr Durchmogeln bis zur Bundestagswahl aufgeben. Oftmals hat man den Eindruck, dass die Bundesregierung gar kein Interesse daran hat, die Gesamtheit der Fakten in Griechenland zu kennen. Denn dann müsste man klar Farbe bekennen.
Merkel und Schäuble setzen dagegen auf weiteres Durchlavieren bis zur Bundestagswahl: Solange nicht alle Zahlen auf dem Tisch liegen, so ihr Kalkül, müssen sie den Wählerinnen und Wählern auch nicht unangenehme Wahrheiten überbringen.